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Jemand, der bei einer Organisation wie PANTHERION arbeitet, hat nicht nur bestimmte Fähigkeiten und Wahrnehmungen, die ihn von normalen Menschen unterscheiden, sondern mit Sicherheit auch das eine oder andere Geheimnis … und vor allem Erinnerungen an traumatische Ereignisse, die ihn nicht mehr loslassen.

Mark quält die Ungewißheit darüber, was bei seiner UFO-Entführung vor einigen Jahren (die ja nur eine implantierte Deckerinnerung darstellt) tatsächlich geschehen ist. Sabine verfolgen immer noch die Bilder ihrer Entführung und beinahe Opferung durch den Thule-Freundeskreis. Viktor kann sich niemandem ob seiner zunehmenden Vergiftung durch ein Kollektivbewußtsein aus der Toten Dimension anvertrauen. Und Alexander schweigt sich über seine Vergangenheit ohnedies gerne aus; nicht einmal Frater Thomas weiß Genaueres darüber.

Mark, Viktor und Alexander hören eine Botschaft über das Reality Radio. Production still / Pilotfilm

In einem Fall jedoch wurden seine Kollegen indirekt Zeuge eines fatalen Irrtums, der bis heute schwer auf ihm lastet. Es war im Juni 2009; Alexander war erst ein gutes halbes Jahr bei PANTHERION und wollte beweisen, daß er nicht aufs Team angewiesen war.

Ohne Vorwarnung war damals das Reality Radio von sich aus im Hauptquartier angesprungen. Als ob das nicht schon bedenklich genug gewesen wäre, erklang aus ihm eine unirdische Stimme – und instinktiv hatte er gewußt, wem sie gehörte: der “Gräfin”! PANTHERION erachtete sie seit Jahrhunderten als eine seiner größten Bedrohungen.

Ohne lange zu überlegen, setzte sich Alexander auf ihre Fährte: Im Vertrauen darauf, daß er schon zur richtigen Stelle geführt würde, ging er durch den Ausgang – und fand sich im Domviertel wieder. Es war ihm, als ob er das spöttische Lachen der “Gräfin” hörte, und er jagte ihm nach. Für Augenblicke schien er sogar ihren Anblick zu erhaschen, dann entzog sie sich ihm aber wieder. Auf diese Weise Katz und Maus mit ihm spielend lockte sie ihn in ein Haus … und als er merkwürdige Geräusche aus einer Wohnung vernahm, zögerte er nicht lange und stürmte hinein, nicht wissend, ob es galt, hier einen Menschen zu retten oder aber einen Verbündeten der Vampire zu erwischen.

Alexander verhört den verdächtigen Studenten. Production still / Pilotfilm

Offensichtlich handelte es sich um eine Studentenbude. Und etwas geschah im Bad. Alexander rannte hinein und erblickte dort einen jungen Mann in der Wanne. Der war zwar äußerst verstört, aber immer noch lebendig. Also konnte er kein Opfer sein! Alexander zerrte ihn aus der Wanne, ließ ihn notdürftig etwas überziehen und verhörte ihn rücksichtslos. Er wollte um jeden Preis wissen, was er mit der “Gräfin” zu tun hatte.

Doch da manifestierte sie sich plötzlich mitten im Raum – und der Magier verstand, daß er ihr auf den Leim gegangen war. Sie mußten fliehen! Er stieß den Studenten zur Tür hinaus und rannte ihm hinterher. Es war ihm klar, daß er sich geirrt hatte und den Studenten beschützen mußte. Natürlich hielt dieser Alexander für einen Wahnsinnigen, der ihn entführen wollte, doch das spielte keine Rolle. In erster Linie mußte er so rasch wie möglich in Sicherheit gebracht werden: ins für solche Fälle vorgesehene Ausweichquartier!

Alexander schleift den Studenten in die Kanalisation, zum Ausweichquartier. Production still / Pilotfilm

Dort redete er auf den jungen Mann ein, um ihm die Gefahr klarzumachen, in der er schwebte: Eine Anführerin der Vampire war hinter ihnen her. Das machte die Situation nicht gerade besser, Alexander mußte seinem Schutzbefohlenen nur noch mehr wie ein gefährlicher Irrer erscheinen. Darüber hinaus war er fürchterlich schwach und elend; er vermutete, daß ihm jemand eine Droge verabreicht hatte.

Als Alexander ihm einen Kristall in die Hand drückte, um ihn vor den Wiedergängern zu schützen, krümmte er sich nur noch mehr zusammen und flehte darum, an die frische Luft zu dürfen. Alexander gab nach und führte ihn kurz hinaus, vor die Herz-Jesu-Kirche. Dort beruhigte sich der Student etwas, sprach aber weiterhin von den Halluzinationen, die er hatte – und versuchte dann unverhofft, Alexander zu küssen. Der stieß ihn von sich … und als er ihn beobachtete, wie er den Kopf schüttelte und sich an die Lippen griff, verstand er auf einmal, was geschehen war:

Die “Gräfin” hatte mit Alexander gespielt, hatte ihm nur seine Unzulänglichkeit vor Augen geführt. Sie hatte den Studenten in seiner Badewanne vergewaltigt und damit zu einem der ihren gemacht. Schon als er sich Zutritt zu dessen Wohnung verschafft hatte, war er verloren gewesen. Er war schon die ganze Zeit über ein Vampir. Nur seine vollständige Verwandlung hatte etwas gedauert. Jetzt begriff Alexander, weshalb er in der Badewanne gelegen hatte, warum er immer kraftloser wurde und ihm der Kristall Übelkeit bereitete. Seine neue Meisterin erschien vor dem Eingang zur Kirche und rief den Studenten lächelnd zu sich. Willenlos stieg er die Treppen zu ihr empor und wurde von ihr in seine neue Heimat geschafft – Alexander rannte nur noch ohnmächtig ins Leere, als er ihm nachlief. Die “Gräfin” war ihm mit ihrer Beute entwischt.

Der neue Vampir wird von seinesgleichen willkommen geheißen. Production still / Pilotfilm

Noch lange danach versuchte das PANTHERION-Team herauszufinden, weshalb das Radio angesprungen war. Die erste Vermutung ging dahin, daß jemand versucht haben könnte, ihnen heimlich eine Botschaft aus der Vampirdimension zu übermitteln. Doch das taten sie bald ab. Die plausibelste Erklärung war wahrscheinlich, daß es schlicht zum perfiden Spiel der “Gräfin” gehört hatte; es entsprach ihrem sadistischen Wesen. Seither pflegt Alexander jedenfalls regelmäßig auf eine selbst auferlegte Astral-Patrouille zu gehen, um im feinstofflichen Bereich nach Anzeichen von Vampir-Aktivitäten zu suchen. Das blieb bislang erfolglos, aber wenigstens erfuhr er auf diese Weise von einem bevorstehenden Opferritual und PANTHERION konnte Sabine das Leben retten. Und ein anderes Mal geriet er dabei mitten in die F.A.F.N.E.R.-Operation mit dem Codenamen FROZEN SHADOW

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