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PANTHERION ist – anders als ähnliche Institutionen, die man aus Film und Fernsehen kennt – keine hochdotierte geheime Regierungseinrichtung, sondern ein Privatunternehmen, dessen finanzielle Ressourcen in den letzten Jahren auf ein absolutes Minimum geschrumpft sind. Außerdem hat PANTHERION keine Organisationsstruktur, die mit militärischen oder ähnlichen Hierarchien vergleichbar wäre. Es gibt Aufgabengebiete, und für diese stehen einzelne Mitglieder mehr oder weniger zur Verfügung – im Grunde  macht jeder das, wofür er sich am besten eignet (ob ihm das immer gefällt, ist eine andere Frage). Durch die vergleichsweise hohe Fluktuation der Mitglieder, ausgelöst durch gewaltsamen Tod, Selbstmord, Vermißt sein oder, in seltenen Fällen, Ruhestand, und die ständige Einbindung und / oder Erweiterung neuer Techniken ergibt sich die Notwendigkeit einer hohen Flexibilität im Denken, Fühlen und Handeln als Team für die Mitglieder. Platt ausgedrückt könnte man sagen, es ist keine patriarchal-hierarchisch gegliederte Struktur, sondern entspricht eher einer ‘kreisförmigen’ der Jäger-und-Sammler-Kultur mit grob umrissenen Aufgabenbereichen und einem primus inter pares als ‘Mastermind’.

Teamwork by PANTHERION

Aber nicht nur die Zusammenarbeit innerhalb des Teams ist essentiell für solch eine Gruppe. Es überrascht nicht, daß auch eine Vernetzung nach außen hin gegeben ist: Denn nicht nur in Graz existiert eine geheime Organisation zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Phänomene. Auch an anderen Orten und in anderen Städten der Welt bestehen Gruppierungen, die PANTHERION zumindest zum Teil vergleichbar sind. Nach der Zeit der Hexenverfolgung und PANTHERIONs Zeit im Untergrund haben sich nach und nach wieder Kontakte zu anderen Vereinigungen ergeben: Man weiß von jüngeren Aktivitäten u. a. in Wien, Linz, Salzburg, Klagenfurt, München, London und Prag … auch wenn die Kommunikation mit den Kollegen vor Ort nach wie vor verhältnismäßig eingeschränkt ist – jede Region hat schließlich genug mit eigenen Problemen zu kämpfen. (Auf jeden Fall öffnen sich hier aber beinah endlose Möglichkeiten für Spin-Offs in jeglicher Form!) Ebenso wie in Graz spielen die Namen dieser Organisationen auf Fabelwesen oder mythologische Figuren an, die mit der jeweiligen Stadt verbunden sind. Hier eine Liste der momentan wichtigsten Kontakte:

  • Wien – BASILISK
  • Linz – NIHHUS (nach der althochdeutschen Form für Nix, bezieht sich auf die Sagenwesen aus der Donau im Nibelungenlied)
  • Salzburg – PERCHT
  • Klagenfurt – LINT (von ahd. lint, „Schlange“, bezieht sich auf den Lindwurm)
  • München – TATZELWURM
  • London – BRAN (geht auf das Haupt des mythischen Königs Bran zurück, das dort vergraben wurde, wo sich heute der Tower von London erhebt, damit es England vor seinen Feinden beschützen möge)
  • Prag – GOLEM
  • Kairo – SPHINX

John Dee, Begründer der Henochischen Magie. Mutmaßliches Mitglied von BRAN, Verbindungen zu GOLEM und PANTHERION

Gerade dem früheren Austausch mit GOLEM verdankt PANTHERION ein wichtiges Hilfsmittel, das von den Mitgliedern nach wie vor eingesetzt wird: Der äußerst nützliche Ausgang des Hauptquartiers. Es handelt sich hierbei tatsächlich um ein magisches “Portal”, das im späten 16. Jahrhundert von John Dee errichtet wurde. Während er am Hof von Rudolf II. in Prag weilte, machte er einen Abstecher nach Graz und installierte jene Öffnung, welche auf mysteriös-divinatorische Weise bestimmt, wohin es die Mitglieder verschlägt, wenn sie sie durchschreiten: Sie tauchen dadurch jeweils aus einer anderen Lift-, Wohnungs- oder Haustür in Graz auf. Das scheint immer ein Hinweis auf den aktuellen Auftrag zu sein; die “Reichweite” geht bis knapp über die Grenzen des heutigen Stadtgebiets hinaus.

Production still / Pilotfilm: Alexander Freytag geht durch den Ausgang

Verläßt jemand das Hauptquartier durch den Ausgang, ohne daß die anderen darüber informiert werden konnten, hat sich es sich als Procedere eingebürgert, einen Zettel mit der Botschaft CROATOA zurückzulassen. Das bezieht sich mit einer gehörigen Portion Galgenhumor auf den Vorfall von Roanoke Island – dem spurlosen Verschwinden einer gesamten britischen Kolonie (über 100 Siedler) im Jahre 1590. Alles, was von ihnen übrigblieb, war ein Wort, geschnitzt in einen Holzpfosten: Croatoan. Bis heute ist nicht geklärt, was aus ihnen geworden ist. (Die etwas eigenwillige Schreibweise, die PANTHERION benutzt, verweist ihrerseits auf die Comic-Noir-Reihe 100 Bullets.) Wenn ein PANTHERION-Mitglied keinen Teamkollegen darüber verständigen kann, daß er den Ausgang benutzt hat, teilt dieser Zettel den anderen also so viel mit wie: „Hab den Ausgang genommen. Keine Ahnung, wohin er mich führt.“

Übrigens: Auch Edgar Allan Poe soll im Delirium das Wort Croatoan auf seinem Sterbebett geflüstert haben; es wurde offenbar ins Tagebuch von Amelia Earhart gekritzelt gefunden, nachdem sie im Jahr 1937 verschollen gemeldet wurde; ebenso geschnitzt in den Pfosten des letzten Bettes, in dem Ambrose Bierce schlief, bevor er 1913 in Mexiko verschwand. Und auf der letzten Seite des Logbuchs der Carroll A. Deering, die 1921 bei Kap Hatteras ohne einen einzigen Menschen an Bord auf Grund lief, steht gleichsam ebenfalls nur ein Wort: Croatoan.