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In beiden bisher erschienenen OMEN-Heften erwähnt Melchior v.·. Wahnstein einen ominösen magischen Orden, dem Sabine Glocker kurz vor ihrem Erstkontakt mit PANTHERION beigetreten ist: der Ordo Lux Serpentis. Viel ist nicht bekannt über diese Vereinigung, aber wir wollen sehen, was man bisher aus eher bruchstückhaften Informationen zusammensetzen konnte.

Der OLS wurde 1994 von einem französischen Magier gegründet, der dem IOT nach dem berüchtigten Eismagiekrieg den Rücken gekehrt, dennoch aber viele chaosmagische Vorstellungen übernommen hatte. Über das folgende Jahrzehnt entwickelte sich der Orden zu einer international agierenden Organisation. Die Mitgliedschaft steht grundsätzlich den meisten Menschen offen, allerdings zeigt die Gradstruktur innerhalb des OLS bald sehr elitäre Züge. Der Name des Gründers ist nur den obersten Rängen bekannt, ebenso dessen letztliche Ziele. Man hat nur davon gehört, daß er in Besitz des offiziell als verschollen geltenden Goldenen Buchs der Weisheit von Franz Bardon gewesen sein soll.

Fest steht, daß sich in der Ideologie immer wieder verblüffende Überschneidungen mit dem Weltbild von Scientology zeigen (insbesondere im Bereich der Geldmagie); aber auch Gedanken von Osho sowie nonduale Ideen tauchen in der Lehre des Ordens auf. Über etwaige Verbindungen des OLS mit der Föderation von Damanhur wird zwar gemunkelt, Beweise dafür sind aber bisher nicht aufgetaucht.

Das Ordensemblem

Regelmäßige Treffen und gruppenmagische Arbeiten zeichnen die intensive Tätigkeit des OLS aus, allerdings erscheinen so gut wie keine öffentlich zugänglichen Publikationen. Das Emblem des Ordens zeigt einen paradoxerweise offenen Ouroboros (der ein Omega formt), in dem die acht Strahlen des Chaossterns wie eine Parodie auf diesen nach innen weisen. Die Mitglieder reden sich mit “Bruder” und “Schwester” an; das Motto des Ordens lautet Venite Nudi – Abite Illuminati (“Kommt nackt und geht erleuchtet!”)

Ein Großmeister des OLS ist der mysteriöse “Herr Zunge”. Niemand kennt mehr seinen Geburtsnamen; er hat dafür gesorgt, daß dieser aus allen wichtigen behördlichen Dokumenten verschwunden ist. Er stammt aus einer alten Schausteller-Familie im Wiener Prater und ist eventuell der leibliche Enkel von Erik Jan Hanussen. Aufgewachsen im Mikrokosmos der blinkenden Lichter, geprägt von Taschenspielern, Strizzis, Artisten, Kleinganoven, Huren und Zigeunern, konnte aus ihm im Grunde genommen nur ein extrem konservativer oder aber ein ebenso schillernder, sich am Rande der Gesellschaft und Legalität bewegender Charakter werden – bei ihm war es eindeutig letzteres. Seiner Intervention ist es übrigens zu verdanken, daß OMEN Nr. 2 überhaupt erscheinen konnte: Soror Protuberantia vom OLS finanzierte den Druck dieser Ausgabe. An dieser Stelle daher nochmal ein herzliches Danke von > grotesque an die beiden!

Herr Zunge bei Sabines Initiationsritus. Production still / Pilotfilm