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Manche Bücher sind gefährlich. Sie verändern einen. Davon kann Frater Thomas ein Lied singen – der ja eine wichtige Rolle in OMEN Nr. 2 spielt, Der Schrecken aus dem Untergrund. Wann immer es seine Zeit erlaubt, beschäftigt sich der gelehrte Franziskaner-Mönch mit dem Studium geheimer Schriften. Offiziell gilt er als Experte des Neuplatonismus und des Pseudo-Dionysius Areopagita; gut informierte Archivare und Bibliophile wissen jedoch um seine Vorliebe für weit seltsamere Werke (dementsprechend steht er auch unter Beobachtung des Vatikans – eine Handvoll häretischer Ausrutscher sind ruchbar geworden).

Frater Thomas umgeben von seinen Büchern. Production still / Pilotfilm

1976 fand der damals noch junge Mönch ein Baby vor der Franziskanerkirche, dessen Eltern nie ermittelt werden konnten. Man gab ihm den Namen Alexander Freytag, und Thomas sollte später sein Musik- und Religionslehrer im Internat werden. Außerdem konnte er in seinem Schüler die Liebe zu Büchern wecken – in gemeinsamen Gesprächen konnten sich die beiden stundenlang in altes Schrifttum vertiefen. Oft war der Mönch der einzige, dem Alexander sich anvertraute … und von dem er sich auch dazu ermuntern ließ, sein magisches Potential weiter zu erkunden.

Nachdem sein Zögling geflohen war, hörte er mehrere Jahre nichts mehr von ihm, bis ihn irgendwann wieder ein Brief von Alexander erreichte. Daraus ergab sich eine erfrischende Korrespondenz, die aber nach einigen Monaten abrupt abbrach. Erneut sollten einige Jahre vergehen, bis der Franziskaner wieder etwas von Alexander hörte, und er bemerkte sofort, daß er sich verändert hatte: Der junge Magier war hart, zornig und verschlossen geworden. Er schrieb von intensiven Träumen und beunruhigenden Visionen, die ihn nach vielen Reisen letztlich wieder nach Graz führten.

Seither steht Frater Thomas wieder in Kontakt mit Alexander; er ist ihm eine wertvolle Informationsquelle, wenn es um okkulte Nachforschungen geht. Sie treffen sich heimlich, und ihr vereinbartes Kennwort ist ein Zitat von Meister Eckhart: Amas Deum sicut est, non-deum, non-spiritum, non-personam, non-imaginem, wobei Thomas den ersten Teil als Frage formuliert und Alexander darauf mit “non-deum …” antwortet.

In Graz ist der Ordensbruder einer der wenigen außerhalb von PANTHERION, denen die Existenz von Portalen zu anderen Dimensionen bekannt ist. Doch er wird sich hüten, dieses Wissen unbedarften Personen weiterzugeben.

Heimlicher Rebell: Frater Thomas und der Chor der Franziskanermönche