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Magonia ist eine alternative Realität, deren Schwingungsfrequenz zwischen der des Kuratoriums und der des Zwielichtlandes liegt, was dazu führt, dass ihre Bewohner uns in ihrer Erscheinung sehr changierend entgegentreten und in fast unendlich vielfältigen physischen, meist äußerst phantastisch-grotesken organisch-anorganischen Mischformen auftreten, da die Frequenz ihres Kontinuums ständig leichten Wechseln unterworfen ist, ähnlich einem schlecht eingestellten Radiosender.

Erste literarisch belegte Kontakte fanden im frühen Mittelalter statt, wie von Bischof Agobard von Lyon um 815 beschrieben. Auch der niederländische Maler Jheronimus van Aken (besser bekannt als Hieronymus Bosch, 1450-1516) war laut früher Aufzeichnungen PANTHERIONs ein Magonier-Kontaktler, was sich in seinen Gemälden niederschlug, die sich bis heute einer Einordnung in die Kunst seiner Zeit entziehen.

Aus: “Die Versuchung des Hl. Antonius” (Hieronymus Bosch, um 1500)

Die Magonier treten mit einer von natürlichen irdischen meteorologischen Phänomenen nicht unterscheidbaren “Technologie” in unsere Erdrealität über, was ihnen in früheren Zeiten den Ruf einbrachte, böse Wetterzauberer (“Tempestarii”) zu sein, da ihr Erscheinen fast immer mit Unwettern und Missernten einher geht. In wenigen Ausnahmefällen hielt man sie für Engel oder andere “himmlische Wesen” positiver Deutung.

Auf jeden Fall zeichnen Kontakte mit Magoniern zu einem nicht geringen Teil für einen Anstieg der Dämonen- und Hexen-Hysterie im Spätmittelalter verantwortlich. Der Grund für die zu bestimmten Zeiten beinahe invasionsartig auftretenden Besuche magonischer Wesen war lange Zeit ein Rätsel, bis der französische Gelehrte Jean Bodin kurz vor seinem Tod zu Ende des 16. Jahrhunderts im Rahmen der Recherchen zu seinem Buch De Magorum Daemonomania herausfand, dass Magonier eine suchthafte Vorliebe für irdische Beerenfrüchte (vor allem Brom-, Him- und Erdbeeren) sowie bestimmte Getreidesorten und Feldfrüchte besitzen, da diese aus (bis dato noch) unbekannten Gründen als einzige, aus unserer Dimension stammende Objekte in Magonia niemals ihre Erscheinungsform/-farbe ändern. Eine Theorie besagt, dass diese Pflanzen möglicherweise eine natürliche multidimensionale Homogenität besitzen könnten – was interessante medizinisch-pharmazeutische Aspekte für zukünftige Realitäts- und Dimensionsexpeditionen böte.

Magonier (Illustration von J. Vogeltanz, 2011)

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit stellen die als “Kornkreise” (Crop Circles) bekannten mehr oder weniger geometrischen Figuren, die immer wieder an vielen Stellen der Erde zu beobachten sind, eine hochkomplexe Technologie der Magonier dar, bestimmte geographische Punkte  / Regionen als multidimensionale Ankerstellen zu benutzen.

Verschiedene irdische Rauschmittel, wie z. B. Datura Stramonium, Mescalin oder Lysergsäurediäthylamid können die wechselseitige Kommunikation mit diesen Wesen erleichtern, bergen aber auch die Gefahr in sich, von ihnen nach Magonia verschleppt zu werden, was zu einer äußerst unangenehmen, zumeist lethalen Erfahrung zählen dürfte, da der Mensch normalerweise nicht dafür geeignet ist, in einer Welt mit changierender Schwingungsfrequenz zu existieren.

Magonier (Illustration von J. Vogeltanz, 2011)

“Wir aber haben viele gesehen und gehört, die von solchem Wahnsinn besessen, durch solche Torheit verwirrt sind, dass sie glauben und behaupten, es gäbe ein Land, Magonia geheißen, von dem her Schiffe in den Wolken gefahren kämen, in denen die Feldfrüchte, die bei den Hagelschauern niedergeschlagen und durch Unwetter vernichtet werden, in jenes Land transportiert werden, wobei diese Luftschiffe den Wettermachern ihren Lohn geben und das Getreide oder sonstige Feldfrüchte entgegennehmen. Von diesen Leuten, die von solcher abgrundtiefen Torheit verblendet sind, zu glauben, dass so etwas möglich sei, haben wir es erlebt, dass eine ganze Gruppe in einer Menschenansammlung vier Personen – drei Männer und eine Frau – gefesselt heranschleppten, die aus ebendiesen Schiffen heruntergefallen sein sollten. Diese hielten sie dann einige Tage lang gefesselt eingesperrt und führten sie dann einer großen Versammlung vor, wie gesagt, in unserer Gegenwart, damit man sie steinigen solle.”

Aus: “Liber contra insulsam vulgi opinionem de Grandine et Tonitruis” von Agobard von Lyon (um 820)

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“Ich kenn’s von meiner Großmutter her, fuhr der Knecht fort. Die hat’s im Elsaß drüben oft erzählen hören, wenn das Wetter über den Odilienberg sauste. Aus dem Land Magonia kommt’s hergesegelt, das Nebelschiff, weiß über die schwarzen Wolken, Fasolt und Mermuth sitzen drinnen, die hageln die Körner aus den Halmen, wenn ihnen der Wetterzauberer Macht drüber gegeben, und heben unser Getreide ins Luftschiff hinauf und fahren wieder heim nach Magonia und zahlen einen guten Lohn. Das Nebelschiff rufen trägt mehr ein als Messe lesen; uns aber bleiben die Hülsen.”

Aus: “Ekkehard” von Joseph Victor von Scheffel (1855)