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> grotesque kündigt hiermit das erste Spin-Off im PANTHERION-Universum an: die Gruselheftreihe MORBUS – deren Nummer 1 dieser Tage in Druck geht! So wie OMEN die “aufsehenerregendsten Fälle von PANTHERION” behandelt, geht es in den MORBUS-Heften um die Partnerorganisation BASILISK und die dunklen Geheimnisse von Wien … und zwar in den 1980er Jahren.

Den ersten Blick in die unheilvolle Geschichte von BASILISK verdanken wir dem Autorenduo Zoë Angel & Charly Blood, das Artwork stammt auch diesmal wieder von Jörg Vogeltanz.

Wie immer stellt das Cover des Hefts die verfremdete Version eines bekannten Kunstwerks dar; diesmal handelt es sich um die Ophelia des Präraffaeliten John Everett Millais (1829-1896), und im Titelbild spiegelt sich auch das Übel wider, mit dem es die junge Gothic-Anhängerin Petra Jesselmaier und Privatdetektiv Bernd Waidmann zu tun bekommen, als sie, ohne es zu wissen, in eine Welt des Übernatürlichen stolpern, für die in Wien nur BASILISK zuständig ist …

Wenigen Betrachtern des Original-Gemäldes ist übrigens bewußt, daß sie mit der ertrinkenden Geliebten Hamlets beinahe tatsächlich auf eine Sterbende blicken: Das Modell für Ophelia war die Künstlerin Elizabeth Eleanor Siddal (1829-1862) – sie lag dazu voll bekleidet in einer Badewanne. Doch weil Millais so sehr in seine Arbeit versunken war und vergaß, die Öllampen auszutauschen, die das Wasser warm halten sollten, wurde es eiskalt; um den Künstler nicht aus seiner Arbeit zu reißen, sagte sie ihm nichts davon und zog sich eine massive Erkältung (manche sagen sogar, eine Lungenentzündung) zu, an der sie beinahe starb.

Millais’ Original. Klick für Quelle!

Danach posierte sie nur noch für ihren Ehemann Dante Gabriel Rossetti (1828-1882). Doch das Morbide sollte sie nicht mehr loslassen: Lizzie, wie sie genannt wurde, war zart und kränkelnd und brachte ein Jahr nach der Hochzeit mit Rosetti ein totes Kind zur Welt. Sie erlitt einen Nervenzusammenbruch und nahm sich 1862 mit einer Überdosis Laudanum das Leben. Rosetti glaubte, nach ihrem Tod nie wieder dichten zu können und legte das einzige Manuskript mit seinen Gedichten zwischen Lizzies wallendes rotes Haar in ihren Sarg. Einige Jahre später bereute er das, hatte er sich doch inzwischen entschlossen, seine Gedichte zu veröffentlichen. Da er keine weitere Abschrift hatte, wandte er sich an den britischen Innenminister, um den Sarg exhumieren zu dürfen. Er erhielt auch die Erlaubnis dazu, doch um einen Skandal zu vermeiden, wurde ihr Sarg mitten in der Nacht ausgegraben und geöffnet. Noch lange danach hielt sich das Gerücht, daß Lizzies Leiche unverwest gewesen und ihr Haar weitergewachsen sei, so daß es den ganzen Sarg ausgefüllt habe. Das Gedichtheft selbst wurde mit leichten Spuren von Wurmfraß gefunden und von Rossetti (zusammen mit neueren Gedichten, die er nach 1862 gedichtet hatte) veröffentlicht. Wegen seines erotischen Gehalts wurde es aber von der Kritik nicht gut aufgenommen.